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Die Welt aus den Fugen

Bücher über BücherPosted by Checinski Wed, December 18, 2013 06:48:36
Die Welt aus den Fugen

von

Peter Scholl-Latour



Herr Scholl-Latour gilt als einer der erfolgreichsten Sachbuchautoren Deutschlands.
Er promovierte an der Sorbonne in Paris und erhielt sein Diplom in Arabistik und Islamistik an der Universität in Beirut. Getrost kann er als bekanntester Spezialist für die arabische Welt und den Islam bezeichnet werden. Als Journalist und Dokumentarfilmer war war er jahrzehntelang auf der Welt unterwegs.

Ich erinnere mich an seine TV-Sendungen als ich noch Kind war. Bereits meine Mutter war von seinem umfangreichen Wissen und seiner hervorragenden Art der Berichterstattung begeistert.

Jetzt halte ich sein neuestes Buch in den Händen

"Die Welt aus den Fugen"

und kann es nur jedem empfehlen, der sich für das Weltgeschehen und das Wie und Warum interessiert.
Scholl-Latour berichtet über die aktuellen Brennpunkte der Welt, beleuchtet gleichzeitig die geschichtlichen und politischen Hintergründe und informiert mit prall gefülltem Wissen.
Teilweise wirkt das Buch leicht verwirrend, da Scholl-Latour es schafft in einem einzigen Satz mehrere politische Größen oder Staatsmänner aus diversen Epochen zu nennen. Schnell wird man in einem Absatz durch verschiedene Zeitgeschehen geschleust. So manches mal mußte ich zweimal lesen.

Trotzdem, sein Wissen ist immens und er bringt Fakten zuhauf auf den Tisch.


Hochinteressant

gut geschrieben

mehr als empfehlenswert




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Eingeschweißt....

Bücher über BücherPosted by Checinski Sat, December 07, 2013 09:37:49
Eingeschweißt.

Nicht nur zwischen zwei schützenden Buchdeckeln, nein auch in straff anliegender, adrett aussehender Plastikfolie werden Worte eingeschweißt. Natürlich benötigt man, damit die wertvolle Ware nicht auseinander fällt oder gar noch schlimmeren Schaden nimmt, zum Heimtransport zusätzlich eine schützende Plastiktüte.

Bücher waren vor noch gar nicht allzu langer Zeit nackt, also ohne Plastikumäntelung. Damals, damals also genügte noch der simple Buchdeckel zum Schutze. Das ist heute anders. Heute werden geistige Inhalte gesichert. Es werden Bücher eingeschweißt, das Wort zusammengepreßt.

"Haben Sie dieses Buch auch eingeschweißt" fragen mich immer wieder Kunden, mit einem nackten, nagelneuen Buch in der Hand wedelnd. Kann ich dann keine weiteres plastiküberzogenes Buch auftreiben, dann ist ganz klar die nächste Frage: "Können Sie mir sicher dies Buch dann günstiger geben?!". Traditionsbewußtere Kunden freuen sich nach wie vor über ein nacktes neues Buch. Umweltunbewußte Kunden legen bei Nichtreduzierung das Buch verächtlich wieder auf seinen Platz. Gut, vielleicht habe ich ein wenig übertrieben, immer ist das nicht so. Das geschieht eigentlich nur in maximal 80 % der Fälle so.

Natürlich sind Kunden, und ich schließe mich da ein, bewußter in punkto Plastik geworden. Natürlich nerven mich auch die vielen Plastikumäntelungen, der sich nicht nur die Verlage, sondern ebenso erschreckend die Nahrungsmittelindustrie bedient. Aber Buch, bitte das muß doch wirklich nicht sein! Es hat höchstens ein geistiges Verfallsdatum, und das lässt sich auch mit Plastik NICHT aufhalten.

Daher freue ich mich um so mehr, dass auffällig viele Kunden eben nicht mehr wie selbstverständlich Plastiktüten annehmen. Viele bringen mittlerweile wiederverwendbare Taschen mit und ich habe schon einige selbst genähte Kunstwerke gesehen. Super!

Ein Ruck ist durch die Köpfe gegangen. Es bewegt sich immer was. Manchmal kann sogar das eingeschweißt sein in die Macht der Medien heilsame Impulse setzen, positive Entwicklungen anregen.







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Preußen im Schwabenland - Leseprobe

Bücher über BücherPosted by Checinski Mon, November 18, 2013 20:05:35
ebook
Leseprobe


Preußen im Schwabenland

„Jetzt redet sie wieder Hochdeutsch“, sagte die Frau in Schürze über ihren Gartenzaun zur Nachbarin. Ein verächtlicher Ton zu einem ganz normalen Vorgang. Naja, in so einem kleinen schwäbischen Dorf im schwäbischen Gäu war das halt in den beginnenden 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts noch nicht Gang und Gebe Hochdeutsch zu sprechen. Da war halt schon noch Mundart und Geist, der Kleine, das verbindende Miteinander.

Hochdeutsch zu reden und nicht von hier zu sein, das war einfach etwas sehr Verdächtiges. Das schwäbische FBI, vertreten durch die Dorftanten, die ohnehin alles vom Nachbarn und noch mehr wussten, waren in Hochspannung versetzt. Zudem war meine Mutter nicht nur eine sogenannte „Reingeschmeckte“, nein, sie hatte noch ein Kind mit in die Ehe mitgebracht. Also ein uneheliches Kind. Zweites, absolut verdächtiges und im Grunde untragbares Verhalten.

Die Köpfe liefen heiß. Wer war diese Frau? Was wollte sie von dem armen Witwer? Von wem nur war dieses Kind? Könnte sie uns gar gefährlich werden? Und wer weiß, man will es nicht beschreien, hat sie sogar den bösen Blick?

Das Schlimmste an diesen Fragen war, sie konnten nicht beantwortet werden. Eine sehr schwierige Situation in dem kleinen idyllischen Dorf bei Herrenberg. Einem Ort des schwäbischen Friedens mitten im schönen Gäu.

Natürlich konnte dem potentiellen Feind nur mit potentieller Freundlichkeit begegnet werden. So waren die Damen des Dorfes bei Begegnungen mit meiner Mutter immer recht freundlich und vor allem wissbegierig. „Ja, wo kommet Sie aigentlich här, wenn i froga darf?“ oder „ja, wem kehrt denn des Mädle? Des isch doch net dem Heinrich seins, oder?“ Das waren so die Klassikerfragen an meine Mutter. Die durchschaute natürlich die Angelegenheit und antwortete mit Zustimmung wie z.B. „Da haben Sie Recht, das ist meine Tochter. Aber der Heinrich wollte ja immer ein Kind, gell?“. Fragen nach Herkunft von mir hat meine Mutter nie beantwortet. Ich wusste sie selbst nicht, bis zu meinem 14. Lebensjahr. Also sehe ich das mehr als gerecht an. Warum sollten andere vor mir erfahren, wo meine Wurzeln sind?

Sie taten sich schwer, die Dorfbewohner mit der Preußin und ihrem kleinen Balg. Und geheiratet hatte die den Heinrich auch noch. Wer weiß was die hier will. Bleiben tut sie jetzt ja wohl. Auch ich hatte in meinen Grundschuljahren immer wieder mit Anfeindungen zu kämpfen. Seinerzeit konnten auch die Dorfkinder noch nicht gut damit umgehen, dass ich eben nicht Schwäbisch sprach. Wir hatten zwar in der Schule einige wenige Ausländerkinder von Gastarbeiter-Familien aber bei diesen war Herkunft und Position eindeutig klar. Bei mir nicht. Ich hatte da eher ein Zwitterdasein. Und die Preußen, diese Hochnäsigen, wollte man sowieso nicht hier haben. Nicht Ausländer aber Reingeschmeckte, Deutsche aber keine Schwäbin. Kind vom Heinrich, einem vom Dorf, aber doch nicht seins.

So verkrustet die Dorfbewohner waren, so modern war unsere Mathematiklehrerin. Sie war der absoluten Überzeugung....

M.C.



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Frauen und Ebookreader - ein Plädoyer

Bücher über BücherPosted by Checinski Wed, November 13, 2013 08:08:24

Ebook Reader, brauchen wir den wirklich auch noch?

Nun, da müsste man die Frage auch mal anders stellen.
Neue Papier-Bücher kaufen, müssen wir das wirklich auch noch und in dem Maße? Es gibt genügend Bibliotheken, Freunde und Bekannte, die verleihen (können), Internetplattformen, die gebrauchte Bücher anbieten, Flohmärkte etc

Der Reader hat Einzug gehalten, punkt. Natürlich wird er schon alleine wegen der fehlenden Haptik und der fehlenden Möglichkeit, das Ding auch mal in die Ecke feuern zu können nie ganz das Papierbuch ersetzen. Aber er ist eine sehr angenehme Erweiterung der Möglichkeiten.


Möglichkeiten:


Der Reader bietet Platz auf kleinstem Raum für Bücher, die sonst wieder das Regal überfüllen würden. Man kann sehr gut vor seinem Partner neue Bücher verheimlichen. Was Mann nicht sieht, ist erst einmal nicht präsent. Schade, dass es nicht digitale Schuhe zu kaufen gibt.....

Der Reader paßt in - fast - jede Handtasche. Das ist dann schon etwas anderes, ob ich einen 600 Seiten Follet mit mir schleppe oder einen schlanken Reader, der dann natürlich auch noch etliche andere interessante Bücher enthält. Ratgeber zum Thema Männer und Frauen, Rezepte oder Lebensführung für die Frau ab 40, also in ihrer TopZeit oder was Lustiges für Zwischendurch. Liebe Männerwelt, ich schließe Sie ein wenig von der Readerwelt aus. Ihre Anzahl unter den Besitzern ist eher zu vernachlässigen.

"Mach doch das Licht aus, ich kann so nicht schlafen". Liebe Frauen, das Thema ist gegessen. Es kriselt jetzt nicht mehr abends im Bett, davor oder danach oder ohne..... Sie müssen nicht den Strom verbrauchen, den Ihr Gatte zahlt oder gar seinen Schönheitsschlaf durch ihr egoistisches Lesen im Bett stören. Ihr ebookreader hat nämlich seine eigene Beleuchtung. Da geht Lesen auch super gut zum Fußball schauen auf dem Sofa.

Sollte es tatsächlich so weit kommen, dass Ihre Augen die Microschrift der Bücher nur noch mit Glas vor den Augen entziffern können. Nun gut, wo liegt das Problem? Vergrößern Sie doch einfach die Schrift auf Ihrem hübschen Begleiter. Es war mir doch auch egal, dass mein Sohn sich schief gelacht hatte, als er die wenigen Buchstaben auf dem Display sah. ICH jedenfalls kann entspannt lesen und mich hingeben, der Bücherwelt.

Ach ja, ich habe mittlerweile für so wenig Geld so viele neue Autoren kennengelernt. Tolle Sachen gelesen, die ich ohne die ebook-Geburt vor zwei Jahren hier in Deutschland, ohne meinen Reader an meiner Seite niemals wahrgenommen hätte. Es ist eine absolute Erweiterung meines Horizontes, und das für wenig Geld. Was kostet ein ebook heute im Schnitt? Anders herum, ich gebe grundsätzlich nicht mehr als 3,99 Euro aus für ein ebook. Und das hat nichts mit schlechter Qualität zu tun.
Ich habe mehr für weniger Geld.
Und dafür liebe ich meinen Reader.

Nein, wirklich fremd gehen tue ich nicht. Ich liebe meine Papierbücher und werde sie auch weiterhin kaufen. Ich habe lediglich ein neues Baby, ein Kind einer neuen Generation bekommen.
Sie wissen ja, jedes Kind ist anders, jedes Kind ist gut.


M.C.





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