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Eingeschweißt....

Bücher über BücherPosted by Checinski Sat, December 07, 2013 09:37:49
Eingeschweißt.

Nicht nur zwischen zwei schützenden Buchdeckeln, nein auch in straff anliegender, adrett aussehender Plastikfolie werden Worte eingeschweißt. Natürlich benötigt man, damit die wertvolle Ware nicht auseinander fällt oder gar noch schlimmeren Schaden nimmt, zum Heimtransport zusätzlich eine schützende Plastiktüte.

Bücher waren vor noch gar nicht allzu langer Zeit nackt, also ohne Plastikumäntelung. Damals, damals also genügte noch der simple Buchdeckel zum Schutze. Das ist heute anders. Heute werden geistige Inhalte gesichert. Es werden Bücher eingeschweißt, das Wort zusammengepreßt.

"Haben Sie dieses Buch auch eingeschweißt" fragen mich immer wieder Kunden, mit einem nackten, nagelneuen Buch in der Hand wedelnd. Kann ich dann keine weiteres plastiküberzogenes Buch auftreiben, dann ist ganz klar die nächste Frage: "Können Sie mir sicher dies Buch dann günstiger geben?!". Traditionsbewußtere Kunden freuen sich nach wie vor über ein nacktes neues Buch. Umweltunbewußte Kunden legen bei Nichtreduzierung das Buch verächtlich wieder auf seinen Platz. Gut, vielleicht habe ich ein wenig übertrieben, immer ist das nicht so. Das geschieht eigentlich nur in maximal 80 % der Fälle so.

Natürlich sind Kunden, und ich schließe mich da ein, bewußter in punkto Plastik geworden. Natürlich nerven mich auch die vielen Plastikumäntelungen, der sich nicht nur die Verlage, sondern ebenso erschreckend die Nahrungsmittelindustrie bedient. Aber Buch, bitte das muß doch wirklich nicht sein! Es hat höchstens ein geistiges Verfallsdatum, und das lässt sich auch mit Plastik NICHT aufhalten.

Daher freue ich mich um so mehr, dass auffällig viele Kunden eben nicht mehr wie selbstverständlich Plastiktüten annehmen. Viele bringen mittlerweile wiederverwendbare Taschen mit und ich habe schon einige selbst genähte Kunstwerke gesehen. Super!

Ein Ruck ist durch die Köpfe gegangen. Es bewegt sich immer was. Manchmal kann sogar das eingeschweißt sein in die Macht der Medien heilsame Impulse setzen, positive Entwicklungen anregen.







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