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Was Hänschen nicht lernt - Kinder am Tisch

Dies und Das und JenesPosted by Checinski Sun, January 26, 2014 18:48:59
Bei den Kleinsten fängt es an und bei den Großen steht und fällt so ziemlich alles wenn man die

Essensmanieren

betrachtet.


Spätestens bei Ihrem ersten Date, beim ersten Essen, sieht eine Frauen, ob der Mann in spe für ein weiteres Treffen in Frage kommt oder nicht. Es geht hier nicht um einen pikfeinen Auftritt, um ein Lokal hoher Preisklasse oder überaus charmantes Gespräch. Nein es fängt ganz klein an. Beim Besteck und Armhaltung. Greift ein Mann wie ein Bauer das Besteck (sorry an alle Agrarökonomen, aber dieser Begriff hat sich eingebürgert) oder hält Messer und Gabel ordentlich, schafft aber nicht, die Arme vom Tisch zu heben. Punkt. Das wars.
Das gleiche gilt übrigens auch umgekehrt. Ja, es gibt immer wieder auch Frauen, die das schaffen.

Von etwaigen Geschäftsessen oder auch einer Betriebsfeier, und womöglich noch Sitzplatz in der Nähe des Chefs, ganz zu schweigen.

Es fängt bei den Kindern an! Warum schaffen es immer weniger Eltern, ihren Kindern das ordentliche Halten von Messer und Gabel beizubringen? Was fällt ihnen so schwer, den Kindern zu lehren, dass das Essen nicht abgestützten Armen zum Mund geführt wird?

Zeitmangel wäre eine Ausrede. Aber irgendwie auch nicht plausibel, greift nicht. Essensmanieren sind kurz erklärt und leben vorrangig vom Vorleben.


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Aus eigener Erfahrung - Vorbild funktioniert immer

Im Laufe meiner Kindererziehungsjahre habe ich viele Freunde meiner drei Kinder bei uns am Tisch sitzen gehabt. Gut die Hälfte ist in punkto Tischmanieren gnadenlos durchgefallen.
Natürlich war es vor allem bei meinem pubertierenden Mittleren nicht immer leicht, die Gebetsmühlen beim täglichen Essen in punkto Besteck- und Armhaltung drehen zu lassen. Auflehnung funktioniert hier recht gut :-).
Aber, es hatte gewirkt. Ich hatte "gewonnen". Das merkte ich an dem Tag, an dem er von seinem Freund zur Konfirmation und Essen danach eingeladen wurde. Wieder zuhause erzählte er von der Feier und war völlig entsetzt über die Mutter seines Freundes.
"Mamma, das hättest du sehen sollen, wie die gegessen hat, wie ein Bauer. Die hat die Arme nicht vom Tisch gekriegt und den Kopf direkt vorm Teller gehabt" (Ich muß dazu sagen, dass diese Leute zum normalen Mittelstand gehörten.)
Soviel zu Gebetsmühlen und Vorbildern.

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Lehren Sie Ihren Kindern so früh wie möglich, am besten gleich von Anfang an gute Essensmanieren. Was in Fleisch und Blut übergeht, muß später nicht krampfhaft Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

Ein entspanntes Essen in der Öffentlichkeit trägt zum Selbstbewußtsein und einen guten Eindruck gegenüber Dritten ausschlaggebend bei.


Hier noch ein paar Basics für Ihre Kids


- Servietten. Nutzen Sie immer auch zuhause Servietten. Dann geht das Ihren Kindern gleich ins Blut über. Die Serviette gehört iwährend des Essens mmer auf den Schoß und nicht marmeladeverklebt neben den Teller. smiley

- Wenn Brot herumgereicht wird oder auch wenn vom Brotkorb, der auf dem Tisch steht selbst ein Stück genommen wird. Ihre Kinder sollten frühzeitig lernen, gerade schon zuhause: was angefaßt wird, wird auch genommen.

- Mit den Fingern essen sollten Ihre Kinder am Tisch möglichst nie. Es gibt hübsches Babybesteck, nutzen Sie dies.
Übrigens auch Hähnchen ißt man nach Möglichkeit nicht mit den Fingern. Wenn Sie es schaffen, gewöhnen Sie sich das zuhause auch selber ab. Es erspart nicht nur Ihnen ein Mittelalter-Feeling, sondern auch sonst viel Sauerei. Das gleiche gilt auch für das Lokal. Sollte dort ein Schälchen mit Zitronensaft oder sog. Erfrischungstüchern bereitgestellt und der Hühnchenkeule am Knochen mit einer Alufolie verpackt sein, können Sie sich ans Manuelle wagen. Besser ist, Sie lassen es ganz.

- Vor dem Essen Händewaschen. Und ganz generell. Immer, immer wenn Sie nachhause kommen, sollte Ihr erster Gang ins Bad sein.

- Gläser mit Stil werden auch immer DORT angefaßt und nie am Glas selbst. Natürlich trinken Sie nicht täglich aus Gläsern mit Stil. Aber Sie können immer wieder etwas Stil und Glanz einkehren lassen. Auch eine Kerze auf dem Tisch und schön gefaltete Servietten wenigstens an Sonntagen. Das lieben Ihre Kleinen genauso und können wenn sie groß sind, in ihren Erinnerungen davon zehren.smiley

Und dann natürlich noch:

nicht mit vollem Mund reden
nicht hastig essen, beim Essen ist man nicht auf der Flucht
Kinder müssen fragen, ob Sie sich vom Tisch ggf. vorzeitig entfernen dürfen
Körpergeräusche sind zu vermeiden
Kein Spielen an den Haaren - was besonders junge Mädchen am Tisch oft gerne tun

Aus Kindern werden Leute, sorgen Sie also schon früh dafür, dass weder Sie noch Ihre Kinder sich später schämen müssen.
Die erste und beste Schule fürs Leben beginnt : ZUHAUSE






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